Was ist eine zirkuläre Batteriestrategie?
Bei einer zirkulären Batteriestrategie geht es nicht nur um Recycling. Der größte Wert bleibt erhalten, indem eine Batterie so lange wie möglich als funktionelles Produkt genutzt wird. Wenn eine Instandsetzung nicht mehr möglich ist, verlagert sich der Wert schrittweise vom Endprodukt auf wiederverwendbare Bauteile und schließlich auf Reststoffe.
Beim traditionellen Austauschweg werden diese Zwischenschritte weitgehend übersprungen. Eine defekte oder verschlissene Batterie wird ersetzt, wodurch der funktionale Wert des Produkts sowie potenziell wiederverwendbare Komponenten vorzeitig verloren gehen. Beim Recycling wird anschließend nur noch versucht, so viel Wert wie möglich auf Materialebene zurückzugewinnen.
Die Produktion einer neuen Lithium-Batterie bringt – selbst mit recycelten Rohstoffen – eine erhebliche CO₂-Belastung mit sich. Bei größeren Batterieströmen kann die Vermeidung unnötiger Neuanschaffungen daher einen substanziellen Unterschied machen.
Berechnen Sie, was Reparatur oder Wiederaufbereitung für Ihre jährliche CO₂-Bilanz bedeuten kann, oder denken Sie gemeinsam mit uns über eine zirkulärere Batteriestrategie nach.
Was ist das Ziel einer nachhaltigen Batteriestrategie?
Heskon konzentriert sich daher darauf, den Wert einer Batterie so lange wie möglich zu erhalten: zunächst durch Reparatur, anschließend – falls erforderlich – durch Wiederaufarbeitung und danach durch die Wiederverwendung noch brauchbarer Komponenten. Erst wenn auch dies nicht mehr möglich ist, werden die Materialströme getrennt und für das Recycling vorbereitet.
Ziel ist es, eine Batterie nach einem Defekt auf einer möglichst hohen Stufe der Wertschöpfungsleiter zu erhalten, damit so wenig Wert wie möglich verloren geht. Durch die Reparatur oder Wiederaufarbeitung einer Batterie kann die Herstellung einer vollständig neuen Batterie vermieden oder hinausgezögert werden – und damit auch die mit dieser Produktion verbundenen CO₂-Emissionen.
Gleichzeitig entspricht die Verlängerung der Lebensdauer der europäischen Entwicklung hin zu einer besseren Reparierbarkeit und dem Recht auf Reparatur. Die nachstehende Wertschöpfungsleiter zeigt, wie dieser Ansatz in der Praxis aufgebaut ist.
Wie verändert sich der Wert der Batterie?
Unter Werterhalt verstehen wir mehr als nur den finanziellen Wert einer Batterie. Solange die Batterie repariert oder wiederaufbereitet wird, bleibt auch der funktionale Wert des Produkts (das Gehäuse, die Elektronik und andere nutzbare Komponenten) erhalten.
Weiter unten in der Wertschöfpfungsleiter geht immer mehr dieses funktionalen Produktwerts verloren, jedoch repräsentieren die wiederverwendbaren Teile weiterhin einen gewissen Wert. Beim Recycling verbleibt schließlich vor allem der Wert der Materialien, die als Rohstoff zurückgewonnen werden können.
Welche Rolle spielt das Batterierecycling?
Auch bei einer zirkulären Batteriestrategie bleibt Recycling der notwendige letzte Schritt, um wertvolle Rohstoffe zurückzugewinnen und erneut in die Materialkette einzubringen.
Eine nachhaltige Batteriestrategie beginnt jedoch bereits vor dieser Endphase. Indem zuerst geprüft wird, ob eine Batterie instand gesetzt werden kann, bleibt mehr des ursprünglichen Produktwerts erhalten. Recycling bildet damit die notwendige Endstation der Wertschöpfungsleiter, stellt jedoch nicht die gesamte zirkuläre Strategie dar.
Die Europäische Batterieverordnung (EU) 2023/1542 legt ab Ende 2025 für Lithiumbatterien eine Mindest-Recyclingeffizienz von 65 % fest: den Anteil des durchschnittlichen Batteriegewichts, der nach dem Recycling als Material zurückgewonnen werden muss.
Die Umweltauswirkungen und Kosten einer zirkulären Batteriestrategie
Die Umweltauswirkungen einer Lithium-Ionen-Batterie entstehen zu einem großen Teil während der Produktion der Batterie und ihrer Komponenten. Indem eine defekte Batterie nicht sofort vollständig ausgetauscht, sondern nach Möglichkeit repariert oder wiederaufbereitet wird, muss ein Teil dieser durch die Produktion bedingten Umweltbelastung nicht erneut verursacht werden.
Wie viel CO₂ kann durch eine Lebensdauerverlängerung eingespart werden?
Berechnen Sie untenstehend indikativ, wie viel CO₂-Ausstoß vermieden werden kann, wenn Batterien in Ihrem Unternehmen repariert oder wiederaufbereitet werden, anstatt sie vollständig zu ersetzen.
Wie wird das berechnet?
Dieser Rechner bietet einen indikativen Vergleich zwischen vollständigem Austausch, BMS-Reparatur und Wiederaufbereitung einer Lithium-Ionen-Batterie. Als Referenz verwenden wir eine Batterie mit 500 Wh.
Neue Batterie – 42 kg CO₂-Äq.
Der Referenzwert basiert auf einer CO₂-Analyse von Bosch eBike Systems, die gemeinsam mit dem TÜV Rheinland durchgeführt und 2024 aktualisiert wurde. Für die verwendete Referenzkonfiguration werden der 500-Wh-Batterie 42 kg CO₂ zugerechnet.
Innerhalb dieser Batterie sind laut der Analyse rund 73 % der CO₂-Belastung den Batteriezellen, 12 % dem Gehäuse und 4 % dem Zellhalter zuzuschreiben. Die Zellen machen damit den mit Abstand größten Teil der Produktionsauswirkungen aus.
Wiederaufbereitung des Batteriepacks – 33 kg CO₂-Äq.
Bei der Wiederaufbereitung werden die Batteriezellen ausgetauscht, während brauchbare Teile wie Gehäuse, Elektronik und weitere Komponenten nach Möglichkeit erhalten bleiben. Da die neuen Zellen bereits rund 73 % der ursprünglichen Umweltauswirkungen ausmachen, rechnen wir inklusive des Wiederaufbereitungsprozesses indikativ mit 33 kg CO₂-Äq.
Reparatur des BMS – 2 kg CO₂-Äq.
Bei einer BMS-Reparatur bleiben das Zellpaket, das Gehäuse und andere nutzbare Komponenten erhalten. Lediglich die notwendigen elektronischen Bauteile werden repariert oder ausgetauscht. Hierfür verwenden wir einen indikativen Durchschnittswert von 2 kg CO₂-Äq.
Quelle und Grundlagen
Bosch eBike Systems & TÜV Rheinland (2024), CO₂-Analyse eines eTrekking-Bikes mit Performance Line CX, PowerTube 500 und Kiox 300. Bosch gibt für die Batterie 42 kg CO₂ an, davon 73 % für die Zellen, 12 % für das Gehäuse und 4 % für den Zellhalter.
Die Werte für Wiederaufbereitung und BMS-Reparatur sind Modellannahmen von Heskon auf Basis dieser Komponentenverteilung und der Teile, die bei der Reparatur/Wiederaufbereitung ersetzt oder beibehalten werden. Die tatsächlichen CO₂-Auswirkungen können je nach Batterie und Reparatur variieren.
Was ist der wirtschaftliche Wert einer Lebensdauerverlängerung?
Eine zirkuläre Batteriestrategie geht über die reine Reduzierung der Umweltbelastung hinaus. Indem eine Batterie nach einem Defekt nach Möglichkeit instand gesetzt wird, lässt sich auch der wirtschaftliche Wert des bestehenden Produkts länger nutzen.
Ein nachhaltiger Ansatz muss dabei kein Widerspruch zu einem wirtschaftlichen Ansatz sein. Genau dadurch, dass nicht jede defekte Batterie automatisch ersetzt wird, sondern auf Basis einer Diagnose bestimmt wird, welcher Eingriff erforderlich ist, lassen sich unnötige Austauschkosten vermeiden. Der vollständige Austausch ist in vielen Fällen der einfachste Weg, mit Blick auf die Gesamtnutzungsdauer jedoch nicht immer der wirtschaftlichste.
Welchen wirtschaftlichen Mehrwert eine Lebensdauerverlängerung bietet, unterscheidet sich je nach Anwendung und Batterietyp. Insbesondere wenn größere Stückzahlen an Batterien strukturell instand gesetzt werden, kann dieser Ansatz zu einem wesentlich anderen Kostenmodell führen.
Flottenbetreiber beispielsweise nutzen jährlich eine große Anzahl von Batterien derselben Produktfamilie. Wenn ein Teil davon strukturell repariert oder wiederaufbereitet werden kann, anstatt ersetzt zu werden, lassen sich die Austauschkosten für die gesamte Flotte erheblich reduzieren.
Für Unternehmen mit größeren Batteriemengen geht es bei nachhaltigem Batteriemanagement daher auch um die Total Cost of Ownership: nicht nur darum, was eine neue Batterie kostet, sondern wie lange der bestehende Produktwert technisch und wirtschaftlich genutzt werden kann, bevor ein Austausch erforderlich wird.
Wie funktioniert zirkuläres Batteriemanagement in der Praxis?
Eine zirkuläre Batteriestrategie beginnt mit dem Verständnis des tatsächlichen Zustands jeder einzelnen Batterie. Heskon unterstützt Unternehmen dabei, Batterieströme professionell zu diagnostizieren und zu trennen, sodass nicht jede Batterie automatisch denselben Weg nimmt.
Anschließend können defekte Bauteile gezielt repariert werden, ohne das gesamte Produkt unter Verlust wertvoller Materialien zu ersetzen. Damit wird nachhaltiges Batteriemanagement praktisch anwendbar und wirtschaftlich.
- Diagnose bestimmt den richtigen Weg: Heskon beurteilt den technischen Zustand von Batterien und legt fest, welcher Folgeweg angemessen ist.
- CO₂-Belastung und Materialeinsatz reduzieren: Indem ein vollständiger Austausch nach Möglichkeit vermieden oder hinausgezögert wird, werden die negativen Umweltauswirkungen der Batterieproduktion begrenzt.
- Total Cost of Ownership senken: Insbesondere bei größeren Fahrzeugflotten kann die Wiederaufbereitung oder Reparatur defekter Bauteile die Austauschkosten gegenüber einem vollständigen Ersatz reduzieren.
- Werterhalt bis zum Recycling: Wenn eine Lebensdauerverlängerung nicht mehr möglich ist, werden nutzbare Komponenten und Materialströme bestmöglich für die Wiederverwendung oder Weiterverarbeitung getrennt.
Gemeinsam an einer nachhaltigen Batteriestrategie arbeiten?
Füllen Sie das untenstehende Formular für Ihr Projekt aus. Wir werden uns innerhalb von 3–5 Werktagen mit Ihnen in Verbindung setzen, um die Möglichkeiten zu besprechen.